Vor zwei Jahren haben wir unseren ersten, freiwilligen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Damals war das Thema komplett neu für uns und wir haben uns am Framework der Gemeinwohnökonomie orientiert. Mit diesem Update haben wir das alles noch einmal kritisch hinterfragt und alle Kapitel neu beleuchtet. Mit dem Update 2024/25 schreiben wir das fort, was wir bereits begonnen haben.
Nachhaltigkeitsbericht 2024/2025
Der neue Bericht gilt wieder für die gesamte about ZERO-Gruppe: about ZERO, Pickert, Quality Miners und Rocket Routine. Das ist für uns insbesondere deshalb sinnvoll, weil alle Beteiligten Unternehmen unter unserer Familienholding about ZERO eine gemeinsame Ausrichtung teilen: Für mehr Qualität in allen Lebensbereichen!
Passt GWÖ zu Software-Unternehmen?
Zwischenzeitlich waren wir uns unsicher, ob GWÖ tatsächlich das richtige Framework für uns ist. Die Logik der Gemeinwohl-Ökonomie stammt stark aus dem produzierenden Umfeld. Lieferketten, Rohstoffe, industrielle Fertigung. Das ist nachvollziehbar. Nur sind wir kein produzierendes Unternehmen. Wir entwickeln in allen Unternehmen Software und beraten Organisationen.
Das macht die Bewertung vereinzelt etwas herausfordernd. In einzelnen Kriterien können wir formal nur 2 oder 3 von 10 Punkten erreichen. Nicht, weil wir uns schlecht oder falsch verhalten. Sondern weil die Kriterien für unser Geschäftsmodell nur eingeschränkt passen.
Ist eine niedrige Punktzahl ein echtes Defizit? Oder ein methodischer Effekt? Ist das System zu stark auf Industrie ausgelegt? Oder nutzen wir die Lücken als bequeme Ausrede?
Genau diese Fragen haben wir uns gestellt. Dieses Problem hatten wir bereits bei der ersten Version des Berichtes und haben es da einfach so hingenommen. Jetzt haben wir uns dazu entschlossen, stärker offenzulegen, wo Kriterien nur bedingt anwendbar sind. Und wir benennen klar, wo wir tatsächlich keinen Hebel haben. Transparenz statt Schönrechnen.
Gleichzeitig bleibt die Gegenfrage: Wenn wir in bestimmten Feldern kaum Einfluss haben, heißt das automatisch, dass wir uns dort nicht weiterentwickeln können? Oder haben wir schlicht noch nicht „kreativ“ genug gedacht?
Nachhaltigkeit in Dienstleistungsunternehmen
Nachhaltigkeit in einem Dienstleistungsunternehmen sieht anders aus als in der Produktion. Vielleicht müssten Bewertungsmodelle für wissensbasierte Unternehmen stärker diese Faktoren gewichten. Eventuell werden wir den nächsten Bericht auch nach einem anderem Framework angehen, das besser passt. Hast du eventuell einen Input?
Familienunternehmen ist für uns Nachhaltigkeit
In Summe kann ich hier nur sagen: Nachhaltigkeit ist für uns kein Projekt, kein moralischer Selbstzweck, kein „wir müssen das halt machen“. Wir haben uns aktiv für einen freiwillligen Nachhaltigkeitsbericht entschieden, ohne, dass wir dabei einem Zwang unterliegen. Wir arbeiten am Generationsübergang in die 3. Generation und das Thema „enkelfähig“ ist auch für mich jetzt schon ein Thema (und das wäre dann ja die 5. Generation).
Für uns ist der gesamte Themenbereich Teil guter Unternehmensführung und die systematische Auseinandersetzung mit dem Thema hilft uns zu reflektieren und in die Zukunft zu steuern.





